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FlipCamp - Ein BarCamp geht offline

Während des BarCamp Traunsee kam mir die Idee zu einer anderen Form des BarCamps, nämlich dem “FlipCamp”. Flip kommt vom Wort Flipchart.

FlipCamp

Der Name ist insoweit Programm, dass bei einem FlipCamp allein auf Papier zurück gegriffen wird. Notebooks, Mobiltelefone, WLAN,… bleiben draussen. Beim FlipCamp gibt es nur Flipcharts und Notizblöcke.

Warum das? Es ist ein Versuch, ein Experiment. Ich habe in meinen Urlaub, in denen ich offline (ohne Notebook, ohne Internet) bin, oft viel interessantere Ideen was ich mit meinem Blog neues machen will. Vielleicht ist es die geringere Ablenkung, vielleicht mein Alter. Ich bin doch noch in der Papierära groß geworden, sodass es für mich noch einen Unterschied macht.

Pro und Contra

Beim BarCamp Traunsee habe ich meine Idee in der Feedbackrunde kurz vorgestellt. Dabei stieß ich auf Zustimmung und Ablehnung. Manche sind froh ihre Notebooks und Internet dabei zu haben, schnell etwas nachschauen zu können und bei faden Sessions etwas Ablenkung zu genießen oder – für sie – sinnvolles zu tun. Andere erwarten sich von einem notebookfreien BarCamp mehr Aufmerksamkeit der TeilnehmerInnen.

Beides mag stimmen oder auch nicht. Aber es gibt sicherlich noch mehr Gründe für ein FlipCamp.

Themen

Kann man sich ganz ohne Technik über Technik unterhalten? Warum nicht? Vielleicht entstehen bei einem FlipCamp auch ganz andere Themen. Vielleicht diskutieren wir nicht über das Layout von Blogs sondern über unsere unterschiedliche Art zu schreiben. Und wenn doch, kann man mit einem Stift und einer Flipchart nicht auch über die Usability von Blogs reden, zentrale Elemente strukturieren,…
Vielleicht steht bei Web 2.0 nicht die Präsentation der neuesten “Killer-“Applikation im Vordergrund sondern die Frage warum wir immer wieder neue Applikationen brauchen. Vielleicht diskutieren wir mehr, als auf Präsentationen zu folgen.

Vielleicht, vielleicht, vielleicht,… wagen wir doch einfach das Experiment.

Ein Raum

Ein FlipCamp muss ja nicht groß beginnen. Ein Hinterzimmer eines Cafés reicht schon für 10 bis 20 Personen. Wer etwas essen und trinken will kauft sich etwas. Das ganze dauert dann nur einen Tag. So braucht es auch keine großen Sponsorengelder für einen ersten Versuch. Andererseits, warum nicht eine Buchhandlung als Sponsor. Und wenn die schon kein Geld locker lässt, zumindest ein Bücherstand mit Web-, IT-, Medienliteratur. Vielleicht sind Buchbesprechungen auch ein Thema auf einem FlipCamp.

Was braucht es für ein FlipCamp?

  • Einen Raum mit Stühlen (und Tischen?)
  • Eine oder mehrere Flipchart(s)
  • Notizblöcke und Kugelschreiber
  • Interessierte TeilnehmerInnen (wie jedes BarCamp) mit Ideen, Gedanken, Wissen,…
  • (natürlich wären T-Shirts wieder nett)

Die speziellen Regeln eines FlipCamp?

Die acht Regeln des BarCamps gelten natürlich auch hier. Allein die Regel “Du sollst über das BarCamp bloggen” gilt nur außerhalb des FlipCamps – vorher wie nachher. Nicht währenddessen.

Nachfolgendes ist, wie alles in diesem Beitrag, ein erstes Brainstorming mit mir selbst, das zur Diskussion steht und zum weiter überlegen anregen soll.

Die speziellen Regeln des FlipCamp lauten:

  • Keine Notebooks oder andere elektronischen Geräte mit Internetzugang (das inkludiert auch Smartphones) – wobei Notebooks prinzipiell nicht zum FlipCamp dürfen…
  • Daher auch kein Internetzugang per LAN, WLAN,…
  • Papier und Stifte (aller Art) sind die einzigen Mittel für Aufzeichnungen (Fotoapparate sind aber schon erlaubt, oder?) und Präsentationen

Das schliesst aber natürlich nicht aus, dass vorher und nachher über das FlipCamp gebloggt wird, dass es über das BarCamp Wiki organisiert wird und dort auch Infos über die gehaltenen Sessions nachträglich zu finden sind. Das FlipCamp schliesst diese Techniken nur insoweit aus, als dass sie vor Ort nicht genutzt werden.

Wann gibt es das erste FlipCamp

Gute Frage. Ich habe großes Interesse eines zu organisieren. Auf dem BarCamp Traunsee habe ich schon erste “MitstreiterInnen” gefunden, die gerne über die Modalitäten etc. eines FlipCamp mitdenken wollen. Wer Interesse hat kann sich gerne bei mir melden.

Fangen wir einfach klein an, sodass eventuell noch 2008 ein erstes FlipCamp stattfinden kann.

So! Somit kann die Diskussion über Sinn und Unsinn beginnen.

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Kommentare

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Mikee :

MikeeLieber Robert!

Als alter Flipcharterotiker bin ich Feuer und Flamme für diese Idee da ich die Hoffnung hege, daß man sich durch die Abwesenheit von Unterhaltungselektronik aller Art auch wieder besser (auf’s Wesentliche) konzentrieren kann. Ich möchte allerdings anregen, keinerlei elektronische Gerätschaften im eigentlichen Sitzungsraum zuzulassen, also auch keine Handys, Gameboys oder Tamagotchis – egal, ob mit oder ohne Internetzugang.

Robert Lender :

Robert LenderHallo Mikee, freut mich. Die Regeln – ohne jetzt Paragraphenreiter zu werden – gehören natürlich noch ausformuliert. Ich bin bei dir, wenn bei einem FlipCamp die ganze Elektronik (außer Kameras? – dokumentieren wäre ja fein) nichts zu suchen hätte.

Aber genau solche Dinge möchte ich gerne zu mehrt durchdenken.

Tom :

TomHi Robert!

Wie schon am Barcamp gesagt bin ich begeistert von der Idee.
Man könnte die Athmosphäre sicher noch steigern wenn das ganze in entsprechender Location (zB alte Burg) stattfindet…

LG
Tom

Robert Lender :

Robert LenderBurg oder so klingt natürlich gut. Hängt davon ab, wer so aller – organisatorisch – mit macht. Ansonsten beginne ich lieber klein als in 3 Jahren ;-)

Ed Wohlfahrt :

Ed WohlfahrtBurg… why not?! Solange wir keine Ritterrüstungen anlegen müssen. Im Ernst: Die Idee ist interessant und in ihrer Form durchaus progressiv. Bin gerne dabei zu helfen sodass sich aus der Idee etwas entwickelt… Ich finde es generell sinnvoll, den online Hype, das Vernetzen, das Verquatschen in Foren wie FB, das viele von uns ich inklusive so ganz und gar unhinterfragt und unreflektiert tun bzw. geschehen lassen zu behirnen. es kann nicht sein, dass etwas halt einfach so ist. das geht nicht :)

Robert Lender :

Robert LenderDanke. Dann Willkommen bei den “Flippigen” :-)
Ich werde alle Interessierten in Bälde anschreiben und versuchen einen Weg des gemeinsamen Nachdenkens und Planens zu finden.

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