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BarCamp Traunsee - zwei Wochen danach

Endlich finde ich die Zeit und insbesondere die Ruhe über das Barcamp Traunsee auch hier im Blog zu reflektieren. Zwei Wochen danach gibt die Möglichkeit ein wenig im Web nachzuforschen, ob und welche Wellen das Barcamp so gezogen hat…

Nochmals danke an Meral und alle anderen, die sich um die Organisation des Barcamp gekümmert haben. Jana hat sich sogar darum bemüht, dass Menschen wie ich ein Barcamp T-Shirt (das Shirt im Zwölfsekundenvideo) in einer tragbaren Größe erhalten. Nicht, das ich ohne T-Shirt nicht auch kommen würde. Aber es sind oft die Kleinigkeiten, die in ihrer Gesamtheit Atmosphäre schaffen.

Das Camp an sich

Mit 30 bis 40 TeilnehmerInnen war das Barcamp Traunsee eine recht intime Runde. Von vornherein so ausgelegt ergab das einige interessante Effekte. Bei der Auswahl der Themen für die Sessions gab es kaum Diskussionen. Wer etwas präsentieren bzw. diskutieren wollte, der hatte auch Gelegenheit dazu Nachdem wir alle in einem Raum versammelt waren – und am zweiten Tag sogar recht dicht gedrängt – gab es fast ein wenig “sozialen Druck” die ganze Zeit dabei zu sein. Bei größeren Barcamps hatte ich die Qual der Wahl zwischen unterschiedlichen Sessions oder ich habe mich mit Laptop oder ein, zwei netten Menschen in die Lobby gesetzt und einfach mal eine Themenreihe ausgelassen. Auch das hat seinen Reiz. Aber man wählt oft nach Bekanntem, vergibt sich selbst die Chance mal ganz andere Themen aufzunehmen. Beim BarCamp Traunsee war genau dies nicht der Fall. Auch wenn ich bei einem großen BarCamp vielleicht nicht in die eine oder andere Session gegangen wäre, aus allen konnte ich etwas interessantes, weiterdenkwertiges (schönes Wort) herausholen.

Impressionen

Im Folgenden möchte ich ein paar Impressionen anbieten, ohne genaue zeitliche Reihenfolge und Wertung.

Thomas Mikl durfte ich am Abend in einem kleinen WebPlausch die von mir genutzte Blog-Engine Serendipity/S9y nahebringen. Es dürfte ihn überzeugt haben, denn sein neues Weblog läuft nunmehr unter S9y.

Marketing und PR waren als Themen in einigen Vorträgen vorhanden. Georg Holzer hatte in den Diskussionen ein paar Seitehiebe parat und sich dann ein paar Tage später in seinem Blog Luft verschafft was zu einer Replik von Markus Pirchner führte.

Open Street Map

Auch wenn ich schon vorher ein wenig darüber gelesen hatte, so war der Vortrag vom Bodenseepeter über Open Street Map hochinteressant. OSM ist durchaus eine Alternative zu Google Maps und Co. Einerseits bietet es in manchen Gebieten sogar ein besseres Kartenmaterial andererseits ist OSM eben frei verfügbar. D.h. nicht nur die Pläne können für eigene Zwecke verwendet werden auch die dahinterliegenden Daten können in eigene Projekte miteingebunden werden.
Peter bringt in seinem Weblog auch gleich 10 Argumente für die Openstreetmap. Folgt auf alle Fälle mal dem Link zum Projekt von Frank. Der legt nämlich die Google Map und die Open Street Map übereinander, sodass jedeR selbst vergleichen kann, was die eine kann und was die andere.
Ein kurzer Vergleich meiner näheren Wohnumgebung (in Wien) ist eindrucksvoll. So kennt zwar die Open Street Map einen kleinen Fußweg nicht, zeigt aber ansonsten alle Strassen, inklusive Einbahnmarkierung an. Im Vergleich zu Google Maps finden sich auch noch die Namen von bestimmten Grünflächen, Altstoffsammelstellen, etc. und die sogar die Strassenbahnlinienführung korrekt eingezeichnet.
Natürlich ist das Projekt noch nicht vollständig flächendeckend. Aber in Großstadtumgebung dürfte es schon eine mehr als gute Alternative sein. Manche Weltgegenden sind überhaupt nur über Open Street Map erfasst…
Ach, es gäbe soviel darüber zu erzählen, dass ich wohl einen eigenen Blogbeitrag darüber verfassen werde…

FlipCamp

Nachdem auch der WebPlausch bei einem Barcamp entstand hatte ich diesmal ebenso eine Idee. Auch wenn ich selbst gerne Notebook und WLAN bei Barcamps nutze und wenn Präsentationen mittels Beamer und bunten Bildern sehr beeindruckend sein können. Manchmal habe ich den Eindruck, wir lenken uns damit oft auch nur ab oder diskutieren mehr über die Oberflächen mancher Anwendung als deren Inhalt. So kam mir eben die Idee, diese Technik mal einfach wegzulassen – daraus entstand dann der Begriff Flipcamp, zu dem es im Barcamp Wiki nunmehr eine eigene Seite gibt. Anfangs habe ich es nur kurz getwittert mich aber dann doch entschlossen bei der Feedbackrunde diesen Ideenansatz in die Runde zu werfen. “Warum nicht mal probieren”, das könnte wohl auch ein Leitsatz für Barcamps sein :-)

Dokumentation

Auch wenn ich es “versprochen habe”, es gab keine von mir gedrehten Videobeiträge. Es war in den Pausen einfach zu wenig Zeit dafür – oder war zu wenig Zeit für Pausen. Wie auch immer, das Programm war dicht, ich wollte auch mit einigen Menschen plaudern und dann war das Barcamp schon vorbei.
Somit gibt es von mir nur einige Fotos auf Flickr sowie die beiden kurzen Blogbeiträge vom ersten und zweiten Tag.

Aber auch andere haben Fotos geschossen oder gebloggt. Einige davon findet man unter Feedback im Wiki. (Da wären noch einige nachzutragen).

Einige Links zu weiteren Beiträgen bringt Ritchie Pettauer in seinem Blogbeitrag zum Barcamp. Darin führt er nochmals seinen mit Andi Klinger gemeinsam gehaltene Session über “Blog-Formate im Wandel” aus. Das von Andi in den Raum geworfene (und sicherlich etwas anders gemeinte) “Weblogs sind tot” hat mich gleich dazu bewogen “Mein Blog lebt” zu erwidern :-)

An sich wären es alle Sessions es wert hier nochmals erwähnt zu werden. Viele finden sich aber in der Sessionliste mit weiteren Infos und Links.

Merals und Max Präsentation “Web 2.0, Was nun?” brachte interessante Erkenntnisse. Sie gingen der Frage nach wer denn bestimmte Social Media Plattformen kennt, wer sie nutzt und wie man sie in einem Satz beschreiben kann. Und wenn beim Barcamp auch die Netz“affinos” teilnehmen, so war mal die eine Plattform und mal die andere wenigen oder vielen nicht bekannt. Und wenn bekannt, dann nutzten sie trotzdem viele nicht. Rückschlüsse kann jedeR selbst daraus ziehen.

Meine kleine Einführung in 12seconds hat Jana aufgegriffen und ist nun eifrig dabei selbst zu zwölfern. Ihre Session zu digital storytelling hat mich beeindruckt – und für Anfänger ist wohl 12seconds ein gutes Mittel der Wahl um sich nicht mit zu langen Beiträgen zu stressen; somit ev. ein guter Einstieg in das digitale erzählen von Geschichte(n).

Spannend finde ich das neue Projekt Factolex von Alexander Kirk. Auch hier herrscht ein gewisser Minimalismus. Auf Factolex werden Worte erklärt. JedeR kann dazu ein weiteres Fact einbringen. Ein gutes Beispiel ist wohl der Begriff BarCamp.

Viele der im Barcamp Wiki vorgeschlagenen Themen blieben offen. Vielleicht finden wir ein paar davon am BarCamp Vienna Oktober 2008 wieder.

Schlussbemerkung

Ein Barcamp ist ein Barcamp ist ein Barcamp. Damit hängt der Ablauf und die Zufriedenheit zu einem Großteil von mir selbst und den anderen TeilnehmerInnen ab. Daher zum Schluss ein herzliches Danke an alle die mitgewirkt haben, teilgenommen haben und so das Barcamp Traunsee zu dem gemacht haben, was es war: zwei Tage voller Gedanken, Ideen und Inspirationen.

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Wenn man davon ausgeht, dass besondere Orte auch besondere Gedanken ermöglichen, dann kann das AlmCamp 09 sehr kreativ werden. Denn das AlmCamp geht – wer hätte es gedacht – auf die Alm. Von 25. (Anfahrt) bis 27. September heisst es übernac

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Meral / Digitalks :

Meral / DigitalksManchmal schreibe ich nicht gleich einen Kommentar, um nachher in Ruhe schreiben zu können, dann findet sich die Zeit nicht und es bleibt kommentarlos. Danke für Dein Review, so wie du sagst, die Menschen machen das Barcamp aus. In diesem Sinne auf zu weiteren Camps;-)

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