Was ist ein A-Twitterer
Nachfolgender Text entstand, weil ich mich doch nicht auf 140 Zeichen beschränken kann ;-)
In meiner “digitalen Nähe” (danke an Kurt für diesen Begriff) findet gerade eine Diskussion darüber statt, ob Twitter jetzt wieder hyped, was aus Twitter werden wird und ob das baldige Ende kommt – wenn ich die Tweets so verkürzen darf.
Auf ein ironisches Posting meinerseits fragt Jana, was den ein A-Twitterer sei.
Gute Frage.
Natürlich gibt es den Begriff schon und Google wirft auch gleich hunderte Treffer aus. Roland Krentz hat schon Anfangs 2008 einige Twittertypen identifiziert. Ein A-Twitterer zeichnet sich seiner Meinung dann dadurch aus:
A-Twitterer stellen die Speerspitze der Twitterkultur dar. Als Opinion-Leader übertragen sie spielend ihre Gedanken in das gemeine Twittervolk und damit auch alle Links, die sie verbreiten. ... Die namentliche Erwähnung durch einen A-Twitterer führt zu einer zweistelligen Anzahl neuer Follower, ein Retweet bedeutet quasi den Twitterschlag.
Abgesehen davon, dass ich schon manche Diskussionen, was denn ein A-Blogger sein soll und wer das überhaupt definiert, witzig fand. Einfach mal darüber nachdenken, macht aber dann doch Spass.
Wann könnte man A-Twitterer sein?
- Wenn man mehr als x Follower hat?
- Wenn die eigenen Tweets sehr oft retweetet werden?
- Wenn man in Twittersearch sehr oft ein @meineigeneraccount findet, also viele einem Antworten/Kommentare schicken?
- Bei einem richtigen Mix aus den oben genannten drei Punkten?
- ...
Aber die Frage hat auch einen ernsthaften Hintergrund. Wenn Twitter in den Medien mehr beachtet wird, wenn in Seminaren Firmen geraten wird Twitter zu verwenden, wenn man Twitter als Reputationstool verwenden will, wenn Twitter zum Marketinginstrument wird,... Dann ist natürlich die Frage, wen man denn bitteschön
- followen soll um zu wissen, was auf Twitter Sache ist
- “umgarnen” soll, damit er positiv auf die Twitter Community einwirken kann
- ...
Mir selbst macht twittern weiterhin Spass, ich “spüre” digitale Nähe und meine Follower haben mir schon oft geholfen bzw. mir Anregungen gegeben. Der Wert einer solchen “Twitter-Gemeinschaft” ist für mich dann einfach höher als ob jemand von uns jetzt A-Twitterer ist oder nicht. So, die Diskussion ist eröffnet, falls jemand mag. Hier oder per Twitter Reply.
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12 Kommentare
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#1 - digiom am 15.02.2009 um 18:36:
Es gibt den A-Twitterer aus Twitter heraus nicht. A-Twitterer wird man nur, wenn man auch in anderen Bereichen der Medienökosphere Dependenzen unterhält.
Ich glaube, ich folge einem, zwei echten A-Twitterern: hrheingold und mwesch, der eine urgestein der Internetkultur (siehe Amazon-Büchersuche), der andere der ikonische Webanthropologe, der z.B. The Machine is Us/ing gemacht hat. Letzter twittert übrigens kaum und fad, also ist Rheingold u.U. nach dieser Argumentation der einzige A-Twitterer.
#1.1 - Robert Lender am 15.02.2009 um 18:47:
Es wäre aber interessant, ob man allein mit Twitter (quasi als Microblogger) auch von Interesse – über Twitter hinaus – werden kann.
Sprich, wenn über meine Tweets auch in anderen Medien berichtet wird, ohne dass ich noch blogge,...
Andersrum: Muss der A-Twitterer auch andere Dependenzen unterhalten oder reicht es, wenn er in den Medienökosphere vielfältig erwähnt, kommentiert und wieder gegeben wird. So wie ich jetzt mal deinen Tweet in meinem Blog erwähnte.
#2 - digiom am 15.02.2009 um 18:58:
sind blogs noch nicht oder doch schon ein anderes medium?
mir faellt nur der fall von der Google-Dependance in Oberösterreich ein, die auf Twitter “geleaked” und dann als Fakt verkauft wurde – eh nicht von helge/müsli?
dann wär er der erste a-twitterer österreichs:)
#3 - digiom am 15.02.2009 um 19:02:
das wäre ein atwitterer nach der obigen hypothese; das helgemodell ist freilich das spannendere.
#3.1 - Robert Lender am 15.02.2009 um 19:10:
Da muss sich derjenige schon in seinem früheren (reputierten) Medium darüber äußern, dass jetzt er das wirklich ist.
Die Follower sollten einen A-Twitterer nicht allein ausmachen. Einem Armin Wolf werden wohl mehr folgen als manch anderem. Aber hat der auf Twitter auch etwas zu erzählen, sind seine Tweets interessant, werden sie irgendeine “Wirkung” haben?
#4 - kho am 15.02.2009 um 19:46:
Hier wie da ist es doch noch immer die Frage nach dem, ob und was man zu sagen hat. Nicht wie viel…
Liebe Grüsse, kho
#4.1 - Robert Lender am 15.02.2009 um 20:01:
Auch für Kommunikationswissenschaft gibt es da sicherlich einiges zu bedenken bzw. zu erforschen.
Ansonsten gebe ich dir recht. Wichtig ist, dass man etwas zu sagen hat. Wobei nicht mal das. Wenn man einfach so aus Spass twittert und andere folgen einem trotzdem – warum nicht.
Wie schon bei Blogs gilt – egal ob A-Twitterer, Katzen-Twitterer, Irgendwas-Twitterer: für sich selbst bzw. die Follower muss es irgendeine Art von Sinn geben. Und “Sinn” ist dabei recht vielfältig belegbar.
#5 - Monika Meurer am 15.02.2009 um 21:02:
Und wie ist es mit den Twitter-Charts. Ist, wer dort führt ein A-Twitterer??
Und gibt es auch schon pro-Twitterer so wie Pro-Blogger??
Fragen über Fragen…
#5.1 - Robert Lender am 15.02.2009 um 21:14:
Wie sinnig das ist wage ich noch nicht einmal ansatzweise zu sagen.
#6 - digiom am 16.02.2009 um 07:27:
im bezugssystem der vom medium tv synchronisierten gesellschaft siehts genau andersrum aus.
obs der echte arminwolf ist spielt keine rolle (kann ich als theaterwissenschaftlerin sagen:-P), jedenfalls nicht, bis er nicht als fake aufgedeckt wurde.
#7 - Manfred Riegler am 18.02.2009 um 00:43:
Muss allerdings noch gewaltig dazu lernen, eine Menge von dem ganzen Fachchinesisch versteh ich noch nicht.
#8 - Jürgen Liechtenecker am 19.02.2009 um 16:09: