Gut gemischt, sauber getrennt
Ich nutze immer mehr Web 2.0 Dienste und frage mich langsam, wo das Ende der Vernetzung liegt.
Jetzt habe ich mir sogar auf posterous (dank Eric’s Hinweis) einen eigenen posterous account/blog angelegt. posterous ist interessant, müsste ich aber jetzt ausführlicher in seinen Details erklären (und verschiebe das auf später). Nur in Kürze. Über E-Mail lassen sich Beiträge senden, die dann im eigenen Posterous Blog veröffentlicht werden. Text, Bilder, Filme,.. alles kein Problem. Weiters kann ich eine Unzahl von Diensten einbinden. So werden Bilder die ich an Posterous schicke von diesem auch gleich in Flickr veröffentlicht. Auch das hat Vorteile, die ich gerne später mal erkläre.
Ein ironischer Hinweis von doctorblink brachte mich aber auch zum grübeln.
Ich blogge in “Nur ein Blog”. Neue Blogbeiträge werden in Twitter angekündigt. Dessen Tweets werden automatisch in Facebook angekündigt. Fotos über Posterous landen in Flickr und werden ebenfalls in Facebook in mein Profil gepostet. Tweets landen in einer Anzeige in der Seitenleiste meines Blogs.
Denke ich das alles zu einem verrückten Ende, dann genügt ein Blogbeitrag der über fünf social networks, Web 2.0 Dienste etc. wiederum per RSS in mein Blog eingelesen wird und dort einen neuerlich Blogbeitrag erzeugt, der wieder … und wieder … wieder … Das Perpetum (oder pervertum) Mobile des bloggens…
Außerdem, wer will das alles noch lesen. Alle meine Netzaktivitäten landen in einer Soup und bei Friendfeed. Liest dort wirklich jemand mit. Und ist andererseits jemand daran interessiert fünf RSS Feeds von meinen Accounts zu abonnieren und dann doch zur Hälfte immer die gleichen Meldungen, Fotos,... zum Lesen und Ansehen zu erhalten.
Und wie zur Bestätigung schreibt Christian Henner-Fehr in seinem von mir geschätzten Kulturmanagement Blog vom Meinungseinheitsbrei.
So frage ich mich, wo es Sinn hat Dienste zu mischen und wo es mehr Sinn hat diese sauber von einander getrennt zu halten. Denn wer meine Fotos gerne sieht (soll es geben, oder), der/die muss meine Tweets nicht unbedingt lieben.
Daher möchte ich meine Aktivitäten ein wenig hinterfragen und euch per Kommentarfunktion zum mitdiskutieren einladen.
In meinem Blog binde ich nicht viel von meinen weiteren Aktivitäten ein. Allein meine Tweets werden in einer Seitenleiste angezeigt. Nun, das ist nicht auffällig, aber die Frage ist, ob es notwendig ist. Liest jemand wirklich meine Tweets über diese Funktion oder wirbt diese Funktion bei mir Follower zu werden? Oder würde es reichen, wenn ich einen Link zu Twitter anbiete? Beiträge in meinem Posterous Blog werden auf alle Fälle nicht in Twitter angezeigt. Das wäre möglich aber wohl auch abschreckend. Denn die meisten abonnieren wohl nicht meine Tweets um zu lesen, was ich ansonsten schreibe sondern um zu sehen, was ich ganz “exklusiv” über dieses spezielle Medium anbiete, wie ich ev. Tagungen kommentiere, abends sinniere oder ankündige mein Glas Milch zu trinken…
Mein Blog versendet neuerdings bei neuen Artikel einen Tweet über Twitter um diese anzukündigen. Das stört manche. Andererseits merke ich schon, dass über Twitter dann einige LeserInnen hereinkommen. Es mag daher durchaus sein, dass etliche meine Follower nicht regelmäßige LeserInnen meines Blogs sind auch nicht den RSS Feed abonnieren wollen aber je nach Titel dann doch auf die eine oder andere Artikelankündigung in Twitter anspringen. Wie seht ihr das? Stören Artikelankündigungen in Tweets – oder hängt es von der Masse oder dem Verhältnis zu den restlichen Tweets ab?
Überlegt habe ich schon, ob ich weiterhin meine Tweets automatisch in Facebook importieren lassen soll. Denn ich selbst merke, dass der Facebookfeed oft nur eine Dauerwiederholung der Tweets ist, die ich schon in Twitter gelesen habe. Andererseits bietet Facebook die Möglichkeit – im Gegensatz zu Twitter – einzelne Tweets zu kommentieren und auch zu diskutieren. Aber ob dieses “Zusatzgimmick” die Verdoppelung überwiegt.
Vielleicht ist es gut so etwas wie einen Friendfeed Account zu haben. Nämlich für all die, die gerne alles von einem mitbekommen möchten und dabei nicht zig RSS Feeds etc. abonnieren müssen.
Der Idee, dass man seine Angebote durchaus ganz bewusst getrennt voneinander hält um auch unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen, hat etwas. Aufmerksame und regelmäßige BesucherInnen werden dann schon mitbekommen, dass ich bei einzelnen Flickr Fotos auch auf mein Blog verweise, dass in meinem Blog Hinweise auf Posterous und Twitter stehen und dass ich in Twitter auf einen Facebook Eintrag hinweise. Wer dann möchte kann mir über die Grenzen des einen Dienstes und der einen Welt in meine anderen Webwelten folgen. Dann bekommt der Begriff Follower eine viel aktivere Bedeutung.
Zu wissen, wann eine “gute Mischung” sinnvoll ist und wann man sauber trennen sollte, das ist wohl die hohe Kunst in der Welt des Webs.
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9 Kommentare
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#1 - Christian Henner-Fehr am 24.07.2009 um 22:13:
Das eigene Blogpost via Twitter anzukündigen, ist durchaus ok. Problematisch sind die Leute, die ihre Beiträge tagelang immer wieder bewerben. Das ist langweilig.
Und dass ich vom Twitter-Stream auf Facebook nicht viel halte, habe ich ja schon das eine oder andere Mal geschrieben.
Interessant ist aber, dass die Kombination Twitter und Facebook schon lange gibt. Friendfeed vereinigt eigentlich beide Tools und geht noch einen Schritt weiter, in dem der Stream nicht per Mausklick aktualisiert wird. Ich habe einen zweiten Bildschirm neben mir und lasse dort immer den Friendfeed-Stream durchlaufen. Das bringt mir derzeit mehr als Twitter oder Facebook. Man spart sich die Klickerei, um den Stream zu aktualisieren.
Und noch ein Vorteil: die ganzen Marketing-Gurus, die mir was verkaufen wollen, sind noch nicht auf Friendfeed gelandet. Ich hoffe, das bleibt so…
#1.1 - Robert Lender am 24.07.2009 um 22:22:
Eine solche Friendfeedlösung kam mir noch nicht in den Sinn. Das muss ich ausprobieren.
Ich hätte nicht angenommen, dass jemand meine Tweets in der Seitenleiste regelmäßig mitliest. Die Idee war eher, dass eine solches Plugin ein wenig Werbung für meinen Twitteraccount machen kann. Wobei ich mich natürlich als Privattweeter fragen kann, warum ich unbedingt mehr Follower – außer für mein Ego ;) – brauche.
#2 - Grischa am 26.07.2009 um 13:18:
Die Tweets an der Seite im Blog finde ich bei mir aber durchaus sinnvoll. Ich benutze Twitter als eine “Erweiterung” des Blogs, eben als Microblogging. Tweets, die ich an alle schreibe sind meist so, dass sie durchaus in mein Blog passen. Dabei muss man allerdings genau diese Unterscheidung machen: Tweets an alle. Genau deshalb habe ich neulich eingebaut, dass man optional eben nur Tweets an alle darstellen lassen kann.
Die andere Vernetzung habe ich so nicht. Flickr ist bei mir eigenständig, wenn ich es mit dem Blog vernetze, dann nur manuell, wenn ich ein Bild von dort in einem Blogartikel einbinde (wie bei meinen Reise Artikeln meist)
#3 - Grischa am 26.07.2009 um 13:26:
#3.1 - Christian Henner-Fehr am 26.07.2009 um 17:14:
Die Frage, ob man alles unter einem Account twittert oder für die verschiedenen Aktivitäten jeweils eigene Accounts nutzt, ist aber nicht uninteressant. Ich bin ja derzeit eher dafür, alles unter einem Account laufen zu lassen. Aber unter Umständen macht es durchaus Sinn, alles zu trennen.
Für mich stellt sich da die Frage: folgt man auf Twitter eher Inhalten oder Personen?
#3.1.1 - Grischa am 26.07.2009 um 17:24:
Klar. Es gibt auch da Ausnahmen.
#3.1.1.1 - Christian Henner-Fehr am 26.07.2009 um 17:30:
Folgst Du auf Twitter Leuten, bei denen Du Dich z.B. nur für deren Blogposts oder nur für deren Dialoge mit anderen interessieren würdest?
#3.1.1.1.1 - Grischa am 26.07.2009 um 17:56:
Aber wie gesagt: Für mich lohnt sich diese Trennung auch nicht. Das wäre nur interessant für Tweeter, die sich Sorgen über zu viele Blog Announces in ihren Tweets machen.
#3.1.1.1.1.1 - Robert Lender am 26.07.2009 um 18:02:
Was ich in meinem Beitrag mehr hinterfragen wollte ist die Tatsache, dass (platt gesprochen) dieselbe Meldung in allen meine Plattformen auftaucht und damit langsam jedeN meiner LeserInnen “fadisiert”.