Stell dir vor dein Lieblingswebdienst verschwindet
Nachdem ich derzeit ein wenig viel ;) in Posterous blogge (Schnipselblog, webtermine.at) kam mir natürlich der Gedanke, was passiert, wenn Posterous auf einmal Pleite geht, zusperrt, verschwindet.
Nun, ich habe die Daten, und kann sie mühselig woanders (unter gleicher Domain) wiederherstellen.
Aber ist es das fremdgehostete Blog, ist es Facebook, ist es Flickr, ist es… was euch am meisten abgehen würde, euch kurzfristig fast in Verzweiflung stürzt (länger wäre bedenklich)?
Sollte man vielleicht doch alles (Bilder, Texte, Filme) im eigenen Blog ablegen und andere Dienste nur zur Verteilung nutzen? Oder ist egal, wenn ein Dienst und die dort von mir vorhandenen Daten verschwinden. Wie nachhaltig ist so ein Blogtext in Posterous, dass er in einem Jahr noch gelesen wird? Wie interessant ist das Fotoalbum in Facebook, dass in einem Jahr noch wer hineinschaut nachdem alle mal schnell nach der Erstellung sich gegenseitig getaggt haben?
Ist es der (dehnbare) Augenblick der zählt, die Wochen und Monate in denen ich z.B. auf Posterous blogge, dort Menschen über Kommentare und Subscriber kennenlerne und mich mit Ihnen austausche. Die, die intensiver Kontakt mit mir haben, werden es auch bald außerhalb des Dienstes tun. Sie sind dann nicht verschwunden nur weil dieser eine Web (2.0) Dienst verschwindet. Oder?
Ich bin neugierig auf eure Gedanken…
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18 Kommentare
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#1 - Christian Henner-Fehr am 23.08.2009 um 23:25:
Auf der anderen Seite bewahren wir auf unserer Festplatte über Jahre hinweg Dokumente auf. Und wie oft brauchen wir sie noch einmal? 99,9% der Files brauchen wir gar nicht mehr. Insofern sollten wir so einen Online-Verlust dann eigentlich auch verschmerzen können. Wenn wir halt keine Sammler wären. ;-)
#1.1 - Robert Lender am 23.08.2009 um 23:32:
Was mich schmerzen würde wäre, wenn mein Blog weg wäre und ich kein Backup hätte. Da wäre viel Geschichte, viele Kommentare, viele Erlebnis auf einmal ausgelöscht. Auch das wäre aber irgendwie verschmerzbar – und ich fange einfach von neuem an.
Meine Frage ging natürlich auch in die Richtung Webdienste, wo man nicht so einfach ein Backup hat. Aber braucht man all die Gruppen in Facebook, die Tweets in Tw…?
Und auch zu meiner Festplatte muss ich dir recht geben. Das was ich manchmal brauche finde ich nicht ob weiß gar nicht, dass ich es suchen könnte. Manches schaue ich mir aus nostalgischen Gründen manchmal an, aber brauchen..? Nicht wirklich.
#2 - Dirk Deimeke am 24.08.2009 um 06:10:
Das Thema beschäftigt mich schon ziemlich lange, auch (aber nicht nur) vor dem Hintergrund, wem ich eigentlich meine Daten oder einen Teil davon anvertrauen möchte.
#2.1 - Robert Lender am 24.08.2009 um 06:48:
Einiges von dem könnte ich auf auf meinem Webspace tun. So kann auch S9y ganz gut Fotoalben anzeigen, ein Bookmarkservice gibt es auch als Open Source, etc. Aber das administrieren macht dann (mir) oft zu viel Mühe und daher lager ich es gerne aus.
Die Frage, wem ich Daten anvertraue ist natürlich auch eine wichtige.
#2.1.1 - Dirk Deimeke am 24.08.2009 um 07:16:
Oder es gibt Dienste beispielsweise, die plötzlich eingestellt werden und somit alle eigenen Daten futsch sind oder alle Links nicht mehr funktionieren.
Fremd gehostete Dienste …
oder
DeimHart Nummer 3
#2.1.1.1 - Robert Lender am 24.08.2009 um 07:23:
#2.1.1.1.1 - Dirk Deimeke am 24.08.2009 um 07:38:
#3 - Christian Henner-Fehr am 24.08.2009 um 07:17:
Selbst bei FriendFeed stoße ich bei der Suche selten auf Beiträge, die dann etwa ein halbes oder gar ein ganzes Jahr alt sind. Die finde ich noch am ehesten in den Social Bookmarks. Da wäre der Verlust für mich wahrscheinlich am größten.
@Dirk: nicht wirklich fremdgehostet sind doch eigentlich nur die Daten, die wirklich auf meiner Festplatte sind. Und selbst da bin ich nicht vor bösen Überraschungen sicher.
Nur ein Beispiel: ich habe früher meine eigenen Daten auf einer externen Festplatte gesichert. Als die plötzlich ihren Geist aufgab, konnte ich zwar ein paar Daten nicht mehr retten, aber ich konnte mir von dem Geld, das ich für die Festplatte bekam, zwei Festplatten kaufen. Fortan sicherte ich doppelt. Als ich auch dort merkte, wie die Probleme begannen, habe ich damit angefangen, meine (nicht zu sensiblen) Daten webbasiert zu speichern. Das klappt jetzt schon länger als mit meinen Konstruktionen.
#3.1 - Robert Lender am 24.08.2009 um 07:25:
Natürlich ist das Web auch ein gutes Archiv und über Google lande ich z.B. auch bei älteren Blogartikeln. Aber sobald dieser Artikel ein wenig mehr nach hinten in meinem Blog verschwindet, wird wohl auch das Interesse am kommentieren schwinden.
Da stellen sich für mich jetzt mehrere Fragen, deren Antworten ich vielleicht in nächster Zeit hier im Blog suchen werde…
#3.1.1 - Dirk Deimeke am 24.08.2009 um 07:42:
#3.2 - Dirk Deimeke am 24.08.2009 um 07:34:
#3.2.1 - Robert Lender am 24.08.2009 um 07:41:
Ich administriere “Nur ein Blog” gerne, mache Updates, feile da und dort an Aussehen und Funktionalität. Dies aber auch für weitere Blogs, Fotohosting,... zu tun, wäre mir zu aufwendig.
Lieber nutze ich – auch auf die Gefahr der zeitlichen Vergänglichkeit – gehostete Services.
Das andere ist natürlich, dass ich über manche Dienste wie Facebook und Xing neue Netzwerke geknüpft habe, Menschen kennenlernen durfte, die ich auch im “real life” dann angetroffen habe, etc.
Das nutzen von anderweitigen fremd gehosteten Diensten (meistens social networks – im weitesten Sinne) hat daher für mich auch einen Mehrwert, den ich mit einem selbstgehosteten Programm nicht erreichen würde.
#3.2.1.1 - Dirk Deimeke am 24.08.2009 um 07:49:
Es macht auch noch einen Unterschied, ob Du für einen Dienst bezahlst und so eine rechtliche Handhabe besitzt, Deine Daten zurückzubekommen oder ob Du einen kostenfreien Dienst benutzt, bei dem Du die Rechte an den Hoster abgibst …
#4 - Roland am 27.08.2009 um 14:46:
#5 - schlagloch am 28.08.2009 um 14:38:
Seit sechs Jahren schreibe ich Literaturminiaturen in meinem Blog “schlagloch” und dazu gibt es Kommentare der Leser. Im Laufe der Jahre eine Fülle an Material. Lange Zeit habe ich es als selbstverständlich empfunden, dass das Blog erreichbar ist, bis bei einer Softwarenumstellung bei “www.20six.de” mein Blog im Web2universum verschwunden war, mit den ganzen Inhalten.
Während der Zeit, als die Webloganbieter versuchten mein Blog wiederherzustellen, war ich schlechter Laune. Zum Glück hat es geklappt. Die Folge war, dass ich mein Blog, mit einer eigenen Domain eröffnet habe.
Ich speichere meine Texte auf meinem PC und es gibt von meinem Blog einen Buchauszug “Zeitenwandel” . Sollten meine Texte auf dem PC verloren gehen, wären viele Stunden des Schreibens verloren, wer möchte dies schon.
Gruss schlagloch.
#5.1 - Christian Henner-Fehr am 28.08.2009 um 19:16:
#5.1.1 - schlagloch am 29.08.2009 um 09:03:
Das Buch “Zeitenwandel” gibt es schon, auf meiner “Startseite” gibt es einen Link zu meinen Büchern. Bei “Amazon” kann man in das Buch reinlesen und auch bestellen.
Das Buch kommt sehr gut an, weil lesen im Blog oder in einem Buch ist für manche doch ein Unterschied. Die Texte aus dem Blog “schlagloch” wurden nicht eins zu eins übernommen, sondern ausgewählt und lektoriert.
Gruss schlagloch.
#5.2 - Robert Lender am 28.08.2009 um 23:12:
Damit ich zumindest schneller meine Dienstanbieter wechseln kann empfehle ich seit kurzem jedem/jeder, die ein eigenes Blog startet auf alle Fälle (auch bei einem Bloghoster) von Anfang an eine eigene Domain zu nehmen.