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Die elektrische Zahnbürstenaffäre

16. Juli 2016. Der Tag an dem die elektrische Zahnbürstenaffäre in Twitter Fahrt aufnahm.

Martin B. hatte Monate zuvor eine Prämienerhöhung seiner Zahnversicherung erhalten. Das wunderte ihn, da die entsprechenden Klauseln im Vertrag dies nur in speziell begründeten Fällen vorsah – abgesehen von Inflationsanpassungen. Recherchen, Drohungen von Anwälten und viele signierte E-Mails später schrieb er am 15. Juli 2016 einen Blogartikel über die Ergebnisse dieses langwierigen Prozesses.

B. hat(te) eine elektrische Zahnbürste neuester Bauart inklusive Bluetooth Adapter, eingebauten Beschleunigssensoren, Gyroskop, etc. Die Bürste war mittels “Blauzahn” mit dem Smartphone bzw. einer speziellen App verbunden und zeichnete so alle Bürstvorgänge auf. Nach einigen Tagen Nutzung bekam man Vorschläge, wie man seine Zähne besser putzen sollte, welche Handhaltung sauberere Ergebnisse erzielte usw.

Die App war kostenlos. Tief in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen schlummerte der Absatz, dass die App kostenlos und ohne Werbung sei, aber man doch seine Daten an Firmen, wie z.B. Versicherungen, gerne weitergeben möchte.

Auch B.s Versicherung kaufte die Daten, die jedoch nur aus Nickname, Mailadresse und den Putzdaten bestand. B. nutzte vorsorglich eine andere Adresse für die Konversation mit Firmen. Was B. nicht bedachte war, dass er dieselbe Mailadresse wie für die Zahnapp auch für Bestellungen seiner Zahnpaste – einer speziellen – verwendete. Diese exklusive Marke bzw. die Firma kannte somit seine Adresse und war dank ihrer allgemeinen Geschäftsbedingungen durchaus bereit Zahnversicherungen zu Werbezwecken ihre Daten bereitzustellen.

So verzahnte sich ein Fakt mit dem anderen und mit B.s Zahnversicherung und mit einem weiteren Umstand. So gründlich B. auch putzte, so sinnlos kamen ihm die Tipps der App vor. Dies war dem Umstand zu verdanken, dass sein Sohn die Zahnbürste heimlich zum malen verwendete, da diese wilde Muster aufs Papier zauberte. Die Idee nicht nur die Vorschläge sondern auch die Putzstatistik zu betrachten kam B. erst viel zu spät.

Am 20. Juli entschuldigte sich die Versicherung offiziell auf Twitter, nach der Shitstorm rund 800.000 Tweets mit Hashtag #watchyourtoothbrush erreichte.

Am 25. Juli erreichte ein Video eines elektrischen Zahnbürstenkünstlers einen ersten viralen Höhepunkt.

Am 27. Juli gab es unter dem Hashtag #electrictoothbrushart rund 1,5 Mio. Bilder auf Instagram.

Das Crowdfunding um B.s horrende Anwaltskosten wieder hereinzubringen hatte zu dem Zeitpunkt 1.280 Euro eingebracht.

Einfach bloggen

Recht hat er, der Emanuel.

Wo sind die Zeiten hin, in denen ich einfach frei heraus gebloggt habe. Nicht lange überlegt, ob das jemanden interessiert oder ob genug Inhalt vorhanden. Was immer ich interessantes – für mich – gefunden habe ging auch in die Welt hinaus.

Probieren “wir” es wieder. Quasi “zurück in die Zukunft”.

PS: Dieser Artikel wurde per iPhone getippt. Geht also wirklich “zwischendurch”.

#sommerworte

Vorgestern veröffentlichte ich den Text Immer und nie wieder. als meinen Beitrag zu Dominik Leitners Immer und immer wieder.. Dominik gefiel mein Text.

Heute ist er nochmals in Dominiks Blog Neon|Wilderness erschienen – als einer der Beiträge im Rahmen der #sommerworte

Dominik schreibt darüber:

Das Projekt #sommerworte soll den Sommer literarisch werden lassen: 62 Mal erscheint um 10 Uhr ein literarischer Text, viele von mir, aber unzählige auch von motivierten Gastautoren.

Wer gerne liest, der/die hat nun ein wenig mehr Lesestoff.

Immer und nie wieder.

GrabsteinDominik Leitner schreibt in seinem Blog Neon Wilderness immer wieder berührende Texte.

Auch der Text Immer und immer wieder gehört dazu.

Nachdem ich aber seit Jahrzehnten neben einem Friedhof wohne habe ich ein anderes Verhältnis zu diesem Ort. Den Umgang mit dem Tod ist etwas was jedeR nur für sich selbst finden kann. Hier gibt es für mich keinen absoluten Maßstab. Daher gibt es an Dominiks Text nichts zu rütteln, sondern nur meine eigene Sichtweise einfach daneben zu stellen:

An deinem Grab zu stehen.
Ist ein zu dir kommen.
Immer und immer wieder.

An deinem Grab zu stehen.
Gibt mir einen Ort Erinnerungen zu sammeln.
Sie einzubetten in warmer Erde.

An deinem Grab zu stehen.
Schenkt mir einen ruhigen Ort.
Ein Platz nur für dich und mich.
Herausgehoben aus dem Alltag.

In der Erinnerung bist du noch lebendig.
Das Grab ist leer.
Aber es erinnert mich, dass sich etwas verändert hat.

An deinem Grab zu stehen.
Gibt mir manchmal halt.
In dem Moment in dem die Erinnerung flüchtig wird.

Schule und Barcamp #1

Bei “Frau Schütze” bin ich zum Thema Barcamp in der Schule fündig geworden.
Barcamp Flyer in einer Sakko Tasche

Nicht, dass ihr zweistündiges KlassenCamp in allen Punkten den Acht Regeln eines Barcamp entspricht. Aber der Ansatz geht in die Richtung.

Mir noch wichtiger: Es zeigt, dass man “barcampartiges” auch in kleinem Rahmen (kurze Zeit, kleine Gruppen) probieren kann. Vielleicht auch eine Anregung für Institutionen. Macht doch mal ein Barcamp “Eine Idee, die ich immer schon mal hatte”. 5 Minuten “Präsentation” und dann 10 Minuten kurze Diskussion. Da kann einiges zusammen kommen und vielleicht ein Impuls sein.

Es gibt einen Spruch, den mancheR für abgelutscht hält, der sich meiner Meinung nach immer wieder bewahrheitet:

Barcamp ist das, was man daraus macht

Wer von euch kennt weitere “Barcamp Ideen”? Dann lasst mich doch davon bitte wissen.

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