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Radikal

Tag 1. Ich bin begeistert. Was es alles zu sehen gibt. Jedem den ich folge verweist mich auf weitere interessante Profile.

Tag 3. Ich poste Bild auf Bild.

Tag 8: Ich scanne mit meinen Augen in jeder Situation, ob dies ein interessantes Motiv wäre. Mein Profil braucht weitere Fotos. Meine Follower brauchen Fotos, neuen Content. Von mir. Über mich.

Tag 12: ich lese jeden Artikel. Ich möchte noch besser werden. Mehr Reaktionen. Mehr Follower. Mehr Likes.

Tag 62: Ich bin erschöpft. Jede freie Zeit widme ich der Verbesserung meiner Fotos, meines Profils.

Tag 71: Die Konkurrenz fliegt an die unglaublichsten Orte. Ich komme dort nicht hin. Aber man kann ja so tun. Ist doch egal, wo das Foto entsteht. Das Endergebnis zählt.

Tag 80: Manche wundern sich, wie ich in 5 Tagen rund um die Welt reise.

Tag 89: Dislikes. Böse Kommentare über meine Postingstrategie. Das tut weh.

Tag 92: Meine Muskeln kommen in den Fotos auch nicht perfekt rüber. Naja. Es gibt ja Photoshop.

Tag 99: 100e haben mich entfolgt. Die bösartigen Kommentare steigen.

Tag 100: Ich habe meinen Account gelöscht.

Tag 101: Ich glaube ich werde jetzt Youtuber. Videos sind sowieso viel authentischer.


Dieser Artikel erscheint im Rahmen des Projekt *.txt zum Wort Radikal.

Als ich mich selbst traf

Werner möchte, dass ich über die Problematik schreibe, wenn man sich bei Zeitreisen selbst trifft.

Nun. Man schreibt am Besten über das, was man selbst erfahren hat. Gesagt. Getan.

Es war ein alltäglicher Tag als ich mit meinem damaligen Auto (einem gebrauchten Lada) am Wiener Gürtel unterwegs.

Die Ampel vor mir begann zu blinken, ich begann mein Auto langsamer werden zu lassen. An der Kreuzung stand in der Parallelspur schon ein Wagen. Das Modell gefiel mir. Hatte so etwas von 50er Jahre. Kannte ich aus amerikanischen Filmen. Etwas kantig. Sogar Holz wurde verbaut. Hätte ich mir damals auch gekauft.

Mein Wagen blieb neben diesem alten Fahrzeug stehen. Ich blickte nach nebenan zu dem Fahrer des anderen Fahrzeuges. Und ich sah … mich.

Da saß ich. Meine Nase. Brillen. Bart. Das war alles ich.

Die Ampel wurde wieder grün. Mein gegenüber fuhr los. Ich war noch immer überrascht. Reagierte zu spät. Meine Kopie war weg.

Vielleicht war es ein Zeitreisender.

Für mich war es eine Zeitreise. Mein ich. Nur 40, 50 Jahre später.

Was hat dieses Treffen mit mir selbst bei mir selbst verändert? Nicht viel. Aber ich muss immer wieder daran denken. Und daran, dass mein Leben noch einiges überraschendes in sich birgt oder bergen wird.

Update auf Serendipity 2.3.0

Der letzte Artikel liegt ein paar Wochen zurück und zumindest die nächsten Tage wird sich hier auch nicht viel tun.

Aber was man immer machen sollte: Das Blogsystem aktuell halten. Das habe ich hiermit vor ein paar Minuten erledigt.

Nunmehr läuft mein Blog brav auf Serendipity 2.3.0. Zu den technischen Details siehe der Artikel im S9y Blog.

Mit dem Update konnte ich meinen Webspace auf auch PHP 7.3. hochschalten.

Soweit ich sehe läuft alles rund. Sollte es das nicht tun, dann bitte gebt mir bescheid.

Anmerkung: Das Update lief schnell und perfekt. Aufgrund einer kleinen Sicherheitseinschränkung musste ich - wie bei jedem Update - eine Datei nachbearbeiten. Aber das war auch eine Frage von rund zwei Minuten.

Photowalk Durchhäuser (19.05.2019)

In der Innenstadt von Wien finden sich viele interessante Gassen und Gäßchen. Aber genauso faszinierend sind oft die Durchgänge von der einen Gasse zur anderen.

Am 19. Mai 2019 gab es daher wieder einmal einen Photowalk.

Diesmal hatten wir eine wunderbare Begleitung. Mit Judit Erharter leitete uns eine professionelle Fremdenführerin (Kulturtour) durch die Innenstadt von Wien.

Wenn man jemand Kundigen dabei hat, dann sieht man auf einmal Details, an denen man schon zigmal vorbeigegangen ist. Wir gingen durch Tore und Türen um nicht nur Details sondern auch ganze Orte zu entdecken.

Judit hat (Anmerkung: ich kriege keinen Cent für diesen Hinweis) auch ein Buch über diesen „versteckten“ Orte geschrieben, Titel „Traboullieren in Wien. Durch Durchhäuser durchgehen“. Es ist im Selbstverlag erschienen. Wen es interessiert, der kann sich direkt an office@kulturtour.at wenden. Vielleicht kann ich in einem späteren Artikel etwas mehr über das Buch schreiben.

Cover des im Blog genannten Buchs

Eine Auswahl meiner Fotos habe ich unter Photowalk Durchhäuser 19.05.2019 | Flickr veröffentlicht. Sie finden sich auch in der Flickr Gruppe Photowalk Wien. Kleiner Hinweis: Wer Wien mag findet dort schon über 3.000 Fotos mit Einblicken und Ausschnitten verschiedenster FotografInnen.

Einige Fotos von „MitwalkerInnen“ finden sich in der Facebook Gruppe Photowalk Vienna. Hinweis: Dort kann jedeR, der/die auf Facebook ist auch Mitglied werden.

An dieser Stelle auch Dank an Maria Pflug-Hofmayr (@meta_physik) fürs mit organisieren. Gemeinsam macht das dreimal soviel Spaß.

Danke auch an alle die mitgegangen sind, mit gestaunt haben. Gemeinsam. Das ist es, warum ich gerne photowalke.

Barrierefrei gendern

Vor vielen Jahren schrieb ich einen Artikel zum Thema das Binnen-I und Barrierefreiheit.

Andreas Jeitler, Universität Klagenfurt hat meinen Artikel nun kommentiert. Ich erlaube mir den Kommentar (fast vollständig) hier nochmals zu zitieren.

Wir haben hier an der Uni Klagenfurt gerade eine Diskussion zu Gender-gerechter Sprache und Barrierefreiheit losgetreten, weil wir der Meinung sind, dass das Gender-Sternchen für Screen Reader Nutzerinnen bis Nutzer nicht barrierefrei nutzbar ist. Die bisher bekannten Ansätze wie Sternchen oder Underscore haben den gravierenden Nachteil, dass sie nur in der geschriebenen Sprache verwendet werden können. Würde z.B. Alexa damit beginnen Texte mit xxx-sternchen-innen vorzulesen, würden bei Amazon die Telefone heiss laufen ;-). Ein von uns vorgeschlagener Ansatz wäre die „bis“ Schreibweise. Wir verzichten auf *,_ und andere Kurzformen (Gendering für Schreibfaule) und schreiben alles aus. Anstelle von „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ (was ja nur binäres Geschlecht beinhaltet) schreiben wir „Mitarbeiterinnen bis Mitarbeiter“ (damit wird ein Raum aufgespannt, in dem alle platz finden). Und das ganze ist dann auch mit Screen Reader lesbar. Wir sind aber noch am Ausloten und diskutieren mit den einzelnen Interessenvertretungen.

Wie ich damals schon schrieb ist der Versuch, eine geschlechtergerechte Sprache zu verwenden und dabei barrierefrei wie möglich zu sein, eine Herausforderung.

Ich weiß, manche verzweifeln schon mit zwei Geschlechtern. Die Darstellung unterschiedlicher Geschlechtsidentitäten ist für die einen ein Muss und für die anderen ein regelrechter Affront.

Ich verwende bisher hier auch nur das Binnen-I und werden es, auch der Lesbarkeit willen, vorerst so belassen. Auch wenn manche meinen, schon das „I“ würde alles komplizierter machen. Ich finde aber den Diskurs interessant, ob und wie Sprache ausschließt und wie ich bei meinen Texten all die hinein holen kann, die ich gerne erreichen möchte.

Ich bin daher gespannt, was in der Diskussion auf der Uni Klagenfurt noch herauskommt.

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