Merete Tschokert fragt:

Was macht einen guten Blog aus? Gibt es Qualitätskriterien?

Ich könnte jetzt viel darüber schwadronieren, was einen guten Blog ausmacht: Die Technik, die Kunst des Schreibens, das Layout, die Frequenz der Veröffentlichungen,…

Aber wozu? Wenn es so wäre, dann würden Menschen keine Boulevardzeitungen lesen und B- und C-Movies nicht ihre Fangemeinde haben.

Was macht also ein gutes Blog aus?

Ich würde es auf zwei Menschen reduzieren (oder soll ich erweitern sagen…):

  • Der/die eine, der/die gerne bloggt.
  • Der/die andere, der/die dein Blog gerne liest.

Wenn es die zwei Personen gibt, dann hast du ein gutes Blog. Wenn du gerne bloggst, aber nicht mit der einen lesenden Person zufrieden bist, dann musst du etwas ändern. Wenn dich jemand gerne liest, dir das bloggen aber keine Freude macht, dann musst du etwas ändern.

Ich glaube, ich habe nachfolgendes eh schon in zig Varianten geschrieben. Aber ich bin ein älterer Herr und darf daher ruhig auf etwas beharren ;-)

Ein gutes Blog ist ein Blog, bei dem ich spüre, dass der/die Bloggerin etwas sagen will, mir etwas vermitteln will. Oder dass sie ein Bedürfnis hat etwas loszuwerden. Dass es ihre Freude, sein Leid, ihre Erfahrung, seine Wünsche sind, die ich da lese.

Ein gutes Blog ist eines, wo sich der/die Bloggerin um den einen Leser, die eine Kommentatorin, bemüht. Sie ernst nimmt. Auf Fragen und (konstruktive) Kritik reagiert und vielleicht sogar in einen nächsten Artikel einbindet.

Ein gutes Blog ist eines, das mich Lesenden anregt weiterzudenken, mich mitnimmt in andere Welten, andere Erfahrungen, andere Sichtweisen. Das mich schmunzeln oder weinen lässt. Das mich informiert oder meine Meinung durcheinander bringt.

Ein gutes Blog ist eines, dass mich als BloggerIn jeden Tag aufs neue freut zu befüllen.

All das macht ein gutes Blog aus. Und sicherlich noch viel mehr.

Und das was ein Blog vielleicht am meisten ausmacht ist, dass hier ein Mensch schreibt. Und dass er/sie etwas sagen will.

Ob mir das dann gefällt oder nicht, ob ich es lesen will oder nicht. Das ist dann eine ganz andere Frage.

Liebe Merete, ich hätte diesen Artikel ganz anders schreiben können. Über technische und formale Kriterien und vieles mehr. Ich lasse aber jetzt nur den Begriff Plain Blogging fallen … und vielleicht gefallen dir auch ein paar Ideen des Open Blogging Manifest.

Was ich hoffe ist, dass du diese Frage 99 BloggerInnen stellen könntest und sie jedeR dir auf ihre Art und Weise und ganz unterschiedlich beantworten würde….


Fußnote:

In meinem Beitrag 10 Fragen 10 Antworten 2020 habe ich zu einer kleinen Aktion aufgerufen:

Stellt mir über die Kommentarfunktion, per Twitter, per Facebook,… Fragen. Egal welche. Zumindest die ersten 10 (von 10 unterschiedlichen Personen) werde ich auf alle Fälle beantworten. Ganz sicher. Und wenn sie zu persönlich sind (die Fragen) finde ich schon einen Weg für eine etwas andere Antwort ;) Wobei natürlich Fragen zu diesem Blog, zu Serendipity, zu meinem Webleben, … ebenfalls möglich sind.

Warum ich so eine Aktion starte? Ich bin einfach neugierig, ob und welche Fragen so auftauchen. Also, überrascht mich.

1 Kommentar

Linear

  • Merete  

    Danke für die Beantwortung der Frage!

    Es wäre auch langweilig, wenn alle Blogger*innen die gleiche Antwort hätten!

    Die 5 Punkte des Plain Blogging sind großartig!

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