Vor ein paar Tage war ich noch in Erwartung des Onyx Boox Nova 2. Heute ist das e-Ink Tablet bei mir eingelangt.

Nachfolgend kein wirklicher Test sondern eher erste Eindrücke.

Das Nova 2 wirkt nicht billig, nichts knarzt oder ähnliches. Bei der mitgelieferten Schutzhülle haben manche YouTuber bemängelt, dass sie nicht gleich gut passe. Bei mir war das nicht der Fall. Nova 2 in die Schale gedrückt, alles gut. Der Deckel schließt gut und lässt das Nova 2 einschlafen bzw. beim öffnen wieder aufwachen. Die Stifthalterung tut was sie soll, der Stift bleibt gut stecken und wirkt nicht so, als wenn er schnell mal hinausfallen könnte.

Der Beginn

Nach dem ersten einschalten .. Aber zuerst. Ich finde es noch immer faszinierend bei E-Readern, dass der Bildschirm auch im Ruhemodus etwas anzeigt… So, also beim ersten einschalten wartet man vielleicht eine Minute. Danach kommt das Setup. Ein paar wenige Einstellungen inklusive Stiftkalibrierung und Wahl, ob man Links- oder Rechtshänder ist.

Wer das Tablet als Android System (Version 9 ist installiert) voll nutzen möchte, der braucht den Google Play Store. Dazu muss man das Gerät noch autorisieren. Über die Autorisierung gibt es unterschiedliche Geschichten, wie einfach oder schwer das geht. An sich sind es zwei, drei Klicks. Dazwischen heißt es etwas warten. Ob die zwei Neustarts bei mir wirklich notwendig waren kann ich ich nicht hundertprozentig sagen. Wie auch immer. Ich habe jetzt vollen Zugriff auf die Apps im Store. Im Onyx App Store finden sich nur einige - angeblich für e-Ink - optimierte Apps. Die Kindle App ist dort leider nicht mehr vertreten, sodas ich sie aus dem Google Play Store heruntergeladen habe.

Bücher lesen

Bei e-Ink denkt man natürlich mal an e-Reader und daher habe ich diese Funktion als erstes ausprobiert. Der Onyx eigene Reader läuft natürlich hervorragend schnell und liest ePubs, PDFs und sogar DOCX Dateien. Letztere aber unter Auslassung von vielen Formatierungen.

Die Kindle App lässt sich wie gesagt herunterladen. Dann sollte man noch ein wenig an Optimierung hineinstecken. Dann läuft sie einwandfrei, zumindest bei meinen ersten 20 Seiten eines Buchs. Auf alle Fälle wirkt das größere Display des Nova 2 mehr nach Taschenbuch als das doch um einiges kleinere mein Kindles.

Ausprobiert habe ich dann noch den Buch App von Google. Auch dortige Bücher laufen ohne Probleme. Darüberhinaus - und das war ja eines der Gründe meines Kaufs - gibt es noch etliche weitere Lese Apps, u.a. eine auf der ich mir eBooks meiner Bücherei ausleihen kann. Ebenfalls kurz probiert, läuft ebenso schnell und gut.

Dateien

Die Synchronisationsfunktionen des Nova 2 sind mir noch nicht ganz klar. Da muss ich nochmals in das Handbuch und ev. auch anderweitig nachlesen. Auf alle Fälle konnte ich Notizen in die Boox eigene Cloud sichern und im Webbrowser aufrufen. Ebenso geht am Mac mit einer App der Zugriff auf das Dateisystem. Bei Dropbox konnte ich einen Sync-Ordner verknüpfen. Bisweilen konnte ich aber dort abgelegte Dateien noch nicht auf meinem Nova finden. Aber das wird wohl ein eigener Abend werden…

Notizen

Das zweite große Thema auf den Boox Tablets sind handschriftliche Notizen. Und das geht wirklich gut. Der Stift macht am Bildschirm ein ähnliches Geräusch wie ein Filzstift auf manchen Papier. Und das Schreibgefühl ist nicht wie das am iPad wo man auf einer Eisfläche zu gleiten glaubt. Subjektiv ist schreiben am Nova 2 einfach angenehmer.

Und mein erstes „Wow“ wie ich meine nicht sehr schöne Handschrift durch die Handschrifterkennung jagte. Das Nova 2 hat fast alles richtig erkannt. Aktiviert man die sogenannte „AI“ (wie weit das wirklich eine künstliche Intelligenz ist hinterfrage ich mal nicht) Erkennung im Hintergrund, dann kann man quer durch alle handschriftlichen Notizen auch nach Begriffen suchen. Auch das funktioniert fabelhaft. Dazu wird es von mir noch Screenshots geben.

Einzig störend war, dass ich beim schreiben mit den anderen Fingern manchmal etwas in der Funktionsleiste aktivierte. Hier muss ich noch schauen, wie man damit umgeht.

Externes Keyboard

Speziell für Benedikt habe ich auch kurz meine Apple Tastatur mittels Bluetooth gekoppelt. Das koppeln ging rasch. Beim tippen konnte ich jedoch nicht die englische Tastaturbelegung (ich habe aber ein QWERTZ Keyboard mit Umlauten) umstellen. Aber vielleicht findet sich da noch ein Weg. Onyx liefert eine einfache Textverarbeitung als App mit, die mit Markdown umgehen kann (sehr gut!). Mit der habe ich das tippen ausprobiert. Im normalen Modus gibt es eine gewisse Verzögerung - insbesondere wenn ich mit allen 10 Fingern tippe. Stellt man einen schnelleren Modus am Nova 2 ein, dann läuft das schon recht flott. Anmerkung: Die Boox Tablets erlauben es, dass der Bildschirm (oder Ausschnitte) in einzelnen Modi schneller „refreshed“ wird. Gleichzeitig erhöht sich je nach Modi aber das „Ghosting“ - sprich es bleiben quasi Schatten des vorherigen Bildschirminhalts kurz oder länger erhalten. Immerhin erlaubt das sogar (mit Einschränkungen) Videos zu betrachten. Wie auch immer. Wenn ich das mit der Tastaturbelegung hinbekomme wäre das Nova 2 wohl durchaus geeignet um Blogartikel etc. zu verfassen.

Die Einstellungen

Ich bin mit meinen ersten kleinen Tests durchaus zufrieden. Einerseits ist die Bedienung nicht allzu schwer, andererseits muss man sich für manches schon ein wenig Zeit nehmen. So finden sich Einstellungsmenüs in unterschiedlichen Apps und deren Zweck ist manchmal auf den ersten Blick nicht immer ganz ersichtlich. Aber man kann ja auch Herumprobieren ;-)

In Apps wie dem Reader (Onyx nennt ihn „Neo Reader“) erlaubt dies andererseits ein PDF ganz nach den eigenen Wünschen darzustellen.

Erstes Fazit

Das Gerät kann was. Gerne würde ich jetzt auch die größeren Geräte Note 2 und Max 3 ausprobieren um zu schauen, wie deren Displays und Gewicht auf mich wirken.

Aber ich glaube, ich habe schon die richtige Wahl getroffen. Das Display ist groß genug um auch im Einzelfall PDFs zu lesen. Und für Notizen sowieso.

Mit der Vielzahl an Apps kann ich bei Büchern jetzt aus dem vollen schöpfen und bin nicht auf Amazon mehr allein angewiesen.

Zumindest kann ich mir nach den ersten Versuchen vorstellen, dass ich Teile meiner handschriftlichen Notizen nicht mehr in einem papierenen Exemplar vornehme sondern am Nova 2.

Ich wollte eigentlich viel mehr schreiben

Und während ich hier tippe fallen mir bei jedem Stichwort noch drei weitere ein, die ich noch erwähnen möchte. Aber ich lasse das lieber für später und widme mich dann in einzelnen Artikeln einzelnen Aspekten.

Falls jemand etwas besonders interessiert oder ich etwas spezielles ausprobieren soll. Lasst es mich einfach wissen.

Kategorien: blog
Tags für diesen Artikel:

6 Kommentare

Linear

  • Dirk Deimeke  

    "Willkommen im Club" - ich freue mich, dass Dein erstes Feedback durchaus positiv ausfällt.

    • Robert Lender  

      Liebe Dirk, danke :-) Ja, das freut mich auch.

      Die Benutzerführung - besonders in den Setting - könnte noch ein wenig klarer sein. Aber man lebt sich ein.

      Und jetzt gilt es die Möglichkeiten zu erkunden…

      • Dirk Deimeke  

        Die Benutzerführung ist auch für jemanden wie mich, der schon sehr lange Android benutzt, etwas gewöhnungsbedürftig. Für Dich kommt ja nach der Kulturschock dazu, weil Du eher iOS bzw. iPadOS gewohnt bist.

        Das ist vielleicht auch der grösste Unterschied in der Nutzung. Du probierst jetzt auch Android aus - das muss ich gar nicht. Ich habe noch nichts zusätzlich installiert. Das einzige, was ich gemacht habe, ist ein Firmware-Update.

  • Daniel  

    Danke! Ich brauche aktuell noch zwei Apps für Notizen Und mich würde interessieren, ob und wie gut sie funktionieren: Notion.so Evernote

    Und dann sammle ich gerne mein Lesematerial über Refind. Erfahrungen mit dem Lesen des gesammelten wären toll!

    • Robert Lender  

      Evernote probiere ich gerne aus. Notion bin ich nicht sehr firm, sprich ich habe die Grundprinzipien der Nutzung noch nich so ganz intus. Aber für ein erstes testen, ob die App überhaupt lauffähig und bedienbar ist, sollte gehen.

      Refind kannte ich bisher gar nicht. Schaue ich mir aber gerne mal an…

    • Dirk Deimeke  

      Da bin ich experimentierfreudiger. Warum nicht neue Konzepte ausprobieren statt alte Konzepte mit einem neuen Gerät zu verwenden? Ich benutze Joplin - https://joplinapp.org/ - für Notizen, probiere mich jetzt aber lieber mit den Gerät-eigenen Programmen aus.

Kommentar schreiben

Markdown-Formatierung erlaubt
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.