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Bitte das Doodle schließen, danke!

Auch schon etwas älter, aber gut und wichtig:

Jöran Muuß-Merholz auf Twitter: „Falls Du Dich manchmal ärgerst, wenn Leute ein Doodle nicht richtig beenden, hilft ab sofort https://t.co/YIKshQazFv. (Und wenn Du nicht weißt, was das bedeutet, hilft Dir die Adresse erst recht!)… https://t.co/kbEI9D15ZF“

Die Seite nennt sich Bitte das Doodle schließen, danke! bzw. lautet die URL www.bitte-das-doodle-schliessen.de

Dort findet ihr auch die Erklärung, warum das für Menschen wie mich wichtig ist bzw. das „Terminverwaltungsleben“ ein wenig erleichtert.

Somit: Bitte lesen und anwenden, danke!

Radikal

Tag 1. Ich bin begeistert. Was es alles zu sehen gibt. Jedem den ich folge verweist mich auf weitere interessante Profile.

Tag 3. Ich poste Bild auf Bild.

Tag 8: Ich scanne mit meinen Augen in jeder Situation, ob dies ein interessantes Motiv wäre. Mein Profil braucht weitere Fotos. Meine Follower brauchen Fotos, neuen Content. Von mir. Über mich.

Tag 12: ich lese jeden Artikel. Ich möchte noch besser werden. Mehr Reaktionen. Mehr Follower. Mehr Likes.

Tag 62: Ich bin erschöpft. Jede freie Zeit widme ich der Verbesserung meiner Fotos, meines Profils.

Tag 71: Die Konkurrenz fliegt an die unglaublichsten Orte. Ich komme dort nicht hin. Aber man kann ja so tun. Ist doch egal, wo das Foto entsteht. Das Endergebnis zählt.

Tag 80: Manche wundern sich, wie ich in 5 Tagen rund um die Welt reise.

Tag 89: Dislikes. Böse Kommentare über meine Postingstrategie. Das tut weh.

Tag 92: Meine Muskeln kommen in den Fotos auch nicht perfekt rüber. Naja. Es gibt ja Photoshop.

Tag 99: 100e haben mich entfolgt. Die bösartigen Kommentare steigen.

Tag 100: Ich habe meinen Account gelöscht.

Tag 101: Ich glaube ich werde jetzt Youtuber. Videos sind sowieso viel authentischer.


Dieser Artikel erscheint im Rahmen des Projekt *.txt zum Wort Radikal.

Als ich mich selbst traf

Werner möchte, dass ich über die Problematik schreibe, wenn man sich bei Zeitreisen selbst trifft.

Nun. Man schreibt am Besten über das, was man selbst erfahren hat. Gesagt. Getan.

Es war ein alltäglicher Tag als ich mit meinem damaligen Auto (einem gebrauchten Lada) am Wiener Gürtel unterwegs.

Die Ampel vor mir begann zu blinken, ich begann mein Auto langsamer werden zu lassen. An der Kreuzung stand in der Parallelspur schon ein Wagen. Das Modell gefiel mir. Hatte so etwas von 50er Jahre. Kannte ich aus amerikanischen Filmen. Etwas kantig. Sogar Holz wurde verbaut. Hätte ich mir damals auch gekauft.

Mein Wagen blieb neben diesem alten Fahrzeug stehen. Ich blickte nach nebenan zu dem Fahrer des anderen Fahrzeuges. Und ich sah … mich.

Da saß ich. Meine Nase. Brillen. Bart. Das war alles ich.

Die Ampel wurde wieder grün. Mein gegenüber fuhr los. Ich war noch immer überrascht. Reagierte zu spät. Meine Kopie war weg.

Vielleicht war es ein Zeitreisender.

Für mich war es eine Zeitreise. Mein ich. Nur 40, 50 Jahre später.

Was hat dieses Treffen mit mir selbst bei mir selbst verändert? Nicht viel. Aber ich muss immer wieder daran denken. Und daran, dass mein Leben noch einiges überraschendes in sich birgt oder bergen wird.

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