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Phantomschmerz

Früher war alles besser. Früher waren die Farben bunt. Früher waren die Menschen irgendwie .. so .. menschlich. Früher war das Leben irgendwie lebendiger.

Heute sehen sie alles nur grau. Heute ist alles nicht mehr zu ändern. Heute schmerzt die Abwesenheit des gestern.

Den Schmerz der Abwesenheit. Der Abwesenheit einer Zeit, die nie gewesen. Einer Zeit, die damals viele auch für grau hielten.

Die Vergangenheit ist ein Phantom. Ein Monster, dass sich in der Erinnerung als Schönheit präsentiert.

Phantomschmerz.


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Weihnachten

Februar.

Nur mehr wenige Monate.

Hast du schon alle Geschenke?

Nein. Aber die vom letzten Jahr warten noch ausgepackt zu werden. Die, die schon ausgepackt sind müssen noch umgetauscht werden.

Passen sie nicht?

Ja, nicht in meinen Lifestyle.

Ich schreibe gerade die Liste derer, die es zu beschenken gilt. Nein, nicht aus Zuneigung. Verwandte und die, die mir auch etwas schenken könnten.

Kennst du den peinlichen Moment, in dem man auf ein Weihnachtsgeschenk nur Danke sagen kann. Das beschämt. Da ist man was schuldig. Ein Paket zurückgeschoben egalisiert das Ganze. Alles ausgeglichen.

Ja. Weihnachten ist die Zeit des Ausgleichs. All die Zuneigungen des Jahres, die man empfangen hat und nicht erwidern wollte in eine teure Verpackung mit irgendeinen Inhalt zusammenpacken und verschenken. Das muss dann reichen. Für ein ganzes nächstes Jahr.


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Projekt *.txt 2015 - 2018

Über das Projekt *.txt habe ich schon öfters geschrieben und noch öfters habe ich das Wort das Monats genommen und in einen „literarischen“ Blogbeitrag verpackt.

Immer wieder waren mir die Worte Anregung auch mal etwas andere Texte zu probieren. Danke dafür an Katharina Peham und Dominik Leitner, die Köpfe hinter dem Projekt.

Ob es mit 2019 weiter geht weiß ich noch nicht. Im Artikel Rückblick - Wir sagen danke. gibt es eine entsprechende Rückschau auf die letzten 4 Jahre.

53 Wörter, 357 Teilnehmende und insgesamt 1.201 Beiträge die daraus entstanden sind.

Auch wenn noch etliche Wörter bei mir fehlen - versprochen, die kommen noch - gehöre ich laut Rückschau zu den „Schreibstars“. Das freut und ist auch ein schönes Wort :)

Die besten Texte sollen nun in einem e-Book landen (natürlich mit Einverständnis der jeweiligen AutorInnen). Ich bin gespannt, ob es ein Artikel von mir dorthin schafft.

Danke nochmals für das Projekt.

Wenn ihr in meine bisherigen Beiträge reinschauen wollt, dann geht dies über diesen Link, der diese brav nacheinander auflistet.

Nein

Nein ist so ein unschönes Wort. Nein bedeutet Unwilligkeit. Nein richtet sich gegen den anderen. Nein ist nicht konstruktiv. Nein ist nicht produktiv.

Aber wir sagen stattdessen auch nicht Ja. Wir sagen nicht ja zu unserem Gegenüber. Ja so zu sein wie man möchte.

Wir sagen gar nichts. Wir schweigen. Ich schweige.

Und manchmal ist dann Nein das richtige Wort.

Nein gegen unschönes. Nein gegen die Unwilligkeit. Nein wenn sich jemand gegen andere richtet.

Nein. Gegen den Strom.


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Auflösung

Gestern habe ich mich aufgelöst.

Nicht, dass ich im Nichts verschwunden wäre.

Ich klickte.

Löschte meinen Account.

Löste mich von meinem Sozialen Profil.

War nicht mehr vorhanden.

Alles was ich geschrieben.

Alles was ich an Bildern gepostet.

Alles was ich euch antwortete.

Alles war weg.

Ich war einfach weg.

Die, die meine Mailadresse kannten schrieben:

Ich kann dich nicht finden.

Für alle anderen war ich vollständig abwesend.

So als wäre ich nicht gewesen.

Nur eine Erinnerung in ihren Gehirnwindungen.

Vollkommen aufgelöst.

Heute habe ich ein neues Profil angelegt.

In einem anderen Netzwerk.

Habe mich in eine andere Welt transferiert.

Manche erkannten mich.

Für viele war ich neu.

Gestern habe ich mich aufgelöst.

Habe meine Existenz selbst beendet.

Außer der Admin im Netzwerk.

Der könnte mich jederzeit wieder auferstehen lassen.

Und ich wüsste nicht einmal etwas davon.


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